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02.-04.August 2013 in Kaufbeuren

Seminar: Kommunikation mit dem Hund, Seminarleiter Sebastian Kuder aus der Schweiz

Bei tollem Wetter, einer fantastischen Umsorgung durch Andrea Janetzki und einer wirklich schönen Platzanlage mit nahe gelegenem See haben wir uns durch 3 Tage Theorie und Praxis "Kommunikation mit dem Hund" gearbeitet.

Ja... es war wirklich Arbeit...Lächelnd

"Wir" heißt insgesamt 17 Perros und 6 "Nicht-Perros" mit ihren Besitzern.

Stefanie Vater war mit ihrer Ronja dabei und hat uns einen kleinen Bericht über die Tage in Kaufbeuren geschrieben. Danke dafür! Viele Bilder vom Seminar findet ihr hier auf einer externen Bilderseite.


 

Kommunikation mit dem Hund, Seminar vom 02.-04.08. in Kaufbeuren


Auf Imkes Bitte, für den Blog auf der Vereinsseite etwas über das Seminar zu schreiben, habe ich mit einem spontanen „das bekomme ich hin“ geantwortet. Schließlich war ich ja dabei und habe mit vielen netten Menschen und Perros ein tolles Wochenende erlebt. Nun sitze ich also hier und weiß doch nicht so recht, wo ich anfangen soll.
Angefangen hat unsere Zeit in Kaufbeuren mit einigen Tagen Urlaub, die Andrea mit tollen Programmvorschlägen gefüllt hat. Unser Fazit war hier: da müssen wir unbedingt nochmal hin, im Allgäu ist es so schön! Vielen Dank nochmal für die Tipps!
Donnerstags war dann Anreisetag für etliche andere Perrofamilien. Die meisten waren mit uns im „Engel“ untergebracht, der sich als super hundefreundlich erwies. Eigentlich wollten wir die Neuankömmlinge im Biergarten begrüßen. Julia und ich haben dann aber einen kurzen Zwischenstopp im Krankenhaus einlegen müssen. Mit einem Taschenmesser kann man halt doch nicht so leicht eine Flöte schnitzen… Die Naht ist inzwischen gut verheilt und wird wohl noch lange eine bleibende Erinnerung an Kaufbeuren darstellen.
Am Freitag begann das Seminar mit einem ganzen Tag Theorie. Meine Sorge, irgendwann einzunicken war dabei absolut unbegründet. Sebastian Kuder hat das Thema Kommunikation der Hunde miteinander und mit uns Menschen toll rübergebracht. Ich bin immer noch beeindruckt. Gerade der Bereich taktile Kommunikation hat mich fasziniert. Ich dachte immer, wenn Ronja Körperkontakt sucht (Kontaktliegen) möchte sie mit mir kuscheln. Weit gefehlt: sie will mich bloß kontrollieren. Eben so wenig legt sie mir ihre Pfote aus Nettigkeit auf oder stupst mich liebevoll an: das ist Dominanzverhalten. Oh je, und ich dachte immer, das süße kleine Perromädchen liebt mich… Tut sie bestimmt auch, aber so manches Verhalten sehe ich jetzt doch viel kritischer. Leichter zu deuten fand ich da die auditive Kommunikation: wer jault möchte Aufmerksamkeit und wer winselt fühlt sich unwohl. Spannend fand ich Sebastians Aufklärungsarbeit im Bereich olfaktorische Kommunikation. Die Hunde zeigen kein Verhalten „einfach so“, sondern vom Markieren über das Kot fressen bis zum Schwanzwedeln erfüllt alles einen Zweck. Die visuelle Kommunikation wurde durch aussagekräftige Bilder und Videos veranschaulicht. Ich hätte nie erwartet, dass Hunde so viel über die Mimik ausdrücken. Ich habe im Anschluss an das Seminar immer wieder versucht Ronjas Mimik zu ergründen. Da sie zur Zeit recht langes Fell hat, war ich hier hoffnungslos überfordert. Sicher bin ich mir aber, dass sie mich regelmäßig anlacht. Komisch, davon war im Seminar gar keine Rede?! Ich habe aus dem Theorietag eine ganze Menge mitgenommen und vieles verstehe ich jetzt einfach besser. Da war zum Beispiel noch das Fressen von Pferdeäpfeln, was ich natürlich auch in der Vergangenheit versucht habe zu unterbinden. Wer steht schon auf Hunde, die nach Pferdemist stinken? Aber wusstet Ihr wirklich alle, dass Pferde nur 25% der aufgenommen Nahrung und Medikament verwerten? Sie scheiden also 75% der Medikamente aus, was für unsere Perros ganz schnell zu einer lebensgefährlichen Vergiftung führen kann.
Den Abend haben wir gemütlich beim Italiener ausklingen lassen. Ich hätte nie erwartet, dass man mit so vielen Hunden, in ein Restaurant gehen und gemütlich essen kann. Kein Bellen oder Knurren, die Hunde haben sich als absolut ausgehtauglich erwiesen.
Samstags ging es dann mit dem Praxisteil weiter, welcher nicht weniger anstrengend war. Wir sind hier besonders auf die Themen „Begegnung mit anderen Hunden“ und „Jagdverhalten“ eingegangen. Bisher dachte ich immer, dass Ronja Radfahrer und Vögel jagt. Das ist aber gar nicht so einfach erklärt. Klar rennt sie dahinter her, aber ihr ist scheinbar klar, dass sie keinen Jagderfolg haben wird, sondern nur ihren Spaß am Rennen auslebt. Schuld an diesem unerwünschten Verhalten bin also ich selber, weil mein Hund unterfordert ist. Ronja ist inzwischen 15 Monate alt und wir leben diesen Trieb gemeinsam mit ihr aus. Sie darf an der festen Stange neben meinem Fahrrad her traben, absolviert mit Herrchen ein leichtes Laufprogramm, jagt die Reizangel und apportiert mit Leidenschaft den versteckten oder geworfenen Futterbeutel. Seitdem ist das Spazierengehen deutlich entspannter geworden.
Sonntags ist Sebastian auf individuelle Wünsche eingegangen. Das hieß für uns, mit seiner Hilfe zu checken, wie Ronja die Rangordnung in der Familie sieht. Das Ergebnis war nicht unbedingt überraschend, ein Lösungsvorschlag um für mehr Gleichstellung unter den Zweibeinern zu sorgen, im Alltag jedoch nicht praktikabel. Keiner von uns bringt es übers Herz, Ronja an 3 Tagen aufeinander folgenden Tagen zu ignorieren, um am vierten Tag die einzige Bezugsperson zu sein. Wir achten jetzt mehr darauf, dass nicht immer ich für Ronjas Wohlbefinden zuständig bin, allerdings werde ich ihre Hauptbezugsperson bleiben.

 


Die Zeit in Kaufbeuren war für uns viel zu schnell vorbei. Wir hatten viel Spaß mit den anderen Zwei- und Vierbeinern und hoffen auf noch viele gemeinsame Aktivitäten und weiterhin regen Austausch.
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle nochmal an Andrea, die das Wochenende super vorbereitet hat, für unser leibliches Wohl gesorgt hat und stets darum bemüht war, dass wir alle bestens versorgt waren.